Der unter US-Sanktionen stehende russische Ölkonzern Lukoil plant den Verkauf seiner ausländischen Geschäftsaktivitäten an die US-Investmentgesellschaft Carlyle Group. Mit diesem Schritt
will das Unternehmen seine internationale Präsenz angesichts des wachsenden westlichen Drucks auf Russlands Energiesektor neu ordnen.
In einer in Moskau veröffentlichten Erklärung teilte Lukoil mit, dass die geplante Transaktion noch der Genehmigung durch die US-Finanzbehörden bedarf. Der Verkauf umfasst eine Reihe von Auslandsvermögenswerten, darunter auch Aktivitäten in Belgien und den Niederlanden.
Hintergrund sind die im Oktober von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump verhängten Sanktionen gegen die großen russischen Ölkonzerne Rosneft und Lukoil. Mit den Maßnahmen wollte Washington den Druck auf Moskau im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine erhöhen. Die Sanktionen verhinderten zuvor einen geplanten Verkauf der Auslandsaktivitäten von Lukoil an den Schweizer Rohstoffhändler Gunvor.
Diese Transaktion wurde vom US-Finanzministerium blockiert, da Gunvor Verbindungen nach Russland hat. Einer der Gründer des Unternehmens, der russische Geschäftsmann Gennadi Timtschenko, gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, auch wenn er sich bereits 2014 aus dem Unternehmen zurückgezogen hatte.
Nun hat Lukoil eine Einigung mit der Carlyle Group erzielt, einer der weltweit größten Investmentgesellschaften, die nach eigenen Angaben Vermögenswerte im Wert von rund 474 Milliarden US-Dollar verwaltet. Lukoil erklärte zudem, dass weiterhin Gespräche mit anderen potenziellen Käufern geführt werden, während die erforderlichen behördlichen Genehmigungen noch ausstehen.
Benelux-Vermögenswerte Teil des Verkaufs
Lukoil Belgien bestätigte dem öffentlich-rechtlichen Sender VRT, dass auch die Vermögenswerte in Belgien und den Niederlanden Teil des geplanten Verkaufs sind. Das Unternehmen betreibt nahezu 250 Tankstellen in der Benelux-Region sowie zwei große Lagertankterminals – eines in Neder-Over-Heembeek in Belgien und ein weiteres in Maastricht in den Niederlanden. Zudem hält Lukoil einen Anteil von 45 Prozent an der Zeeland-Raffinerie im Hafen von Vlissingen.
Nach Angaben von Lukoil Belgien wird der geplante Verkauf kurzfristig keine Auswirkungen auf den Betrieb in Belgien und den Niederlanden haben. Tankstellen, Beschäftigte und Geschäftspartner seien zunächst nicht betroffen.
„Alle Stationen bleiben in Betrieb und die Aktivitäten werden fortgesetzt“, erklärte das Unternehmen. „Wir sind weiterhin voll der Kontinuität verpflichtet und stellen sicher, dass der tägliche Betrieb reibungslos weiterläuft und Arbeitsplätze gesichert sind.“ Foto: Christophe Gesché, Wikimedia commons.
