
Die Bundesregierung hat ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, das ältere Menschen dazu ermutigen soll, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Künftig sollen Rentnerinnen und
Rentner, die sich dafür entscheiden, bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei hinzuverdienen dürfen. Ziel ist es, dem zunehmenden Fachkräftemangel in der größten Volkswirtschaft Europas entgegenzuwirken.
Das neue Gesetz soll Anfang 2026 in Kraft treten und den Staat laut Entwurf zwischen 2026 und 2030 rund 890 Millionen Euro pro Jahr an Steuereinnahmen kosten, berichtete Reuters unter Berufung auf den Gesetzentwurf.
Deutschland steht vor einer deutlichen demografischen Herausforderung: Bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Erwerbstätigen im Vergleich zu 2010 voraussichtlich um 6,3 Millionen Menschen sinken, so ein Bericht des Bundesinnenministeriums. Weniger Beschäftigte bei gleichzeitig mehr Rentnerinnen und Rentnern könnten das Wirtschaftswachstum pro Kopf spürbar bremsen.
Mit dieser Maßnahme reiht sich Deutschland in eine wachsende Zahl europäischer Länder ein, die versuchen, den Renteneintritt hinauszuschieben und ihre Renten- und Sozialsysteme zu entlasten.
Allerdings bleibt das Thema politisch umstritten. In Frankreich etwa hat Premierminister Sébastien Lecornu am Dienstag die umstrittene Rentenreform von 2023 bis nach der Präsidentschaftswahl 2027 ausgesetzt – ein Schritt, mit dem er dem Druck linker Abgeordneter nachgab, um seine politische Zukunft zu sichern.
