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Die Schweiz sei nach der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022 kurzzeitig für Fragen der Landesverteidigung sensibilisiert gewesen – inzwischen aber wieder in alte Muster der

Selbstzufriedenheit zurückgefallen, warnte der scheidende Armeechef Thomas Süssli diese Woche.

Rückblickend auf seine sechsjährige Amtszeit sagte Süssli, dass die Schweiz weiterhin nicht über die notwendige Bereitschaft verfüge, um neuen Sicherheitsbedrohungen wirksam zu begegnen. „Unsere Reaktionsfähigkeit muss weiter gestärkt werden“, sagte er vor Medienvertretern und betonte, dass sich die geopolitischen Spannungen keineswegs entspannt hätten.

Süssli hob einen „Kulturwandel“ innerhalb der Streitkräfte seit seinem Amtsantritt 2019 hervor. Die Armee habe an Sichtbarkeit gewonnen und sei stärker im öffentlichen Bewusstsein verankert. Gleichzeitig bemängelte er jedoch, dass es nicht gelungen sei, die Bedürfnisse der Armee ausreichend zu vermitteln – insbesondere die Notwendigkeit, Verteidigungsausgaben und Fähigkeiten zu stärken.

Seine Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Russland weiterhin Druck in Europa ausübt und versucht, den Westen zu spalten. Für die Schweiz liege die Gefahr laut Süssli nicht nur in äußeren Risiken, sondern auch darin, das Bewusstsein für diese Herausforderungen wieder zu verlieren. Foto- Chairman of the Joint Chiefs of Staff from Washington D.C, United States