
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz haben den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem
vertraulichen Gespräch davor gewarnt, dass die Vereinigten Staaten bei Verhandlungen mit Russland letztlich die Interessen Kyjiws aufgeben könnten. Das berichtet das deutsche Magazin ‘Spiegel’.
Unter Berufung auf das Protokoll einer internen Telefonkonferenz mit Selenskyj und mehreren europäischen Staats- und Regierungschefs schreibt ‘Spiegel’, Macron habe die Sorge geäußert, die USA könnten territorialen Zugeständnissen zustimmen, ohne der Ukraine verlässliche Sicherheitsgarantien zu sichern.
„Es besteht die Gefahr, dass die USA die Ukraine in territorialen Fragen verraten, ohne klare Sicherheitsgarantien zu geben“, soll Macron demnach gesagt haben.
In derselben, am Montag geführten Telefonkonferenz habe Merz Selenskyj gewarnt, die amerikanischen Unterhändler würden „Spielchen treiben“, und ihm geraten, in den kommenden Tagen „sehr vorsichtig“ zu sein.
Die deutsche Regierung lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab, während der Élysée-Palast zunächst nicht auf Anfragen reagierte.
Die Warnungen erfolgten zu einem Zeitpunkt, als sich europäische Spitzenpolitiker demonstrativ hinter Selenskyj stellten, nachdem neue Gespräche zwischen den USA und der Ukraine über eine Überarbeitung eines Friedensvorschlags aufgenommen worden waren, der zunächst als russlandfreundlich galt.
Unterdessen empfing der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag im Kreml die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner – ein Zeichen für die Intensivierung der diplomatischen Bemühungen rund um den Konflikt. Foto- Number 10, Wikimedia commons.
